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Blogbeitrag:

Autonomes Fahren - völlig neue Tarifmodelle bei Kfz Versicherern

Ein Blick in die Zukunft der Haftpflichtversicherung von Kfz

Wer in letzter Zeit in San Francisco unterwegs war, wird unweigerlich bemerkt haben, dass es dort sehr viele völlig autonom fahrende Taxis gibt. Auch in Las Vegas kann man derartige Fahrzeuge beobachten, wenn auch in bisher wesentlich geringerem Umfang. Fahrer sind nicht mehr erforderlich.
Natürlich stellt sich dabei die Frage, wie solche Fahrzeuge versichert werden können/sollen.
Auch wenn wir aktuell in Deutschland noch nicht so weit sind, wie in San Francisco oder Las Vegas, gibt es angesichts diverser inzwischen auch hier verfügbarer Assistenzsysteme Überlegungen, die Kfz Versicherungen völlig neu zu gestalten und einen ganz anderen Ansatz zu wählen, als es bisher der Fall war.
Schon jetzt zeigt sich nach Untersuchungen der Allianz, „dass mit Fahrerassistenzsystemen und Automatisierungsfunktionen deutlich weniger Unfälle passieren.“ Z.B. lassen sich Auffahr-, Spurwechsel- und Kreuzungsunfälle schon jetzt um zu bis 85 % vermeiden.
Es wird erwartet, dass durch das zunehmend autonome Fahren die Sicherheit deutlich steigt. Bis 2035 könnte die Zahl der Unfälle in Europa um ca. 20 % zurückgehen, bis 2060 sogar um mehr als 50 Prozent.
Allerdings hat die innovative Technik einen Nachteil: die Reparaturen werden zwar weniger, aber durch die Verwendung von Elektronik teurer. Dennoch wird erwartet, dass der Reparaturaufwand am Ende sinken wird.
Für die Zukunft ist deshalb zu prognostizieren, dass die bisherige Praxis der Ermittlung der Tarife für die Kfz-Versicherung – Schadenhäufigkeit bei den verschiedenen Typen und Regionalklassen – so nicht aufrechterhalten werden wird. Stattdessen werden sich die Tarife nach der Effizienz der Assistenzsysteme und der daraus resultierenden Vermeidung von Unfällen richten.
 
Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt i.R.
Tübben Jung Quirmbach
Fachanwälte für Medizinrecht
 

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